Rückblick auf den Workshop “The Right to Development in Practice: Law, Power, and Global Inequalities”

Am 5. Juni 2026 veranstaltete das FAU Forschungszentrum Center for Human Rights Erlangen-Nürnberg (FAU CHREN) den Workshop „Das Recht auf Entwicklung in der Praxis: Recht, Macht und globale Ungleichheiten“. Die Veranstaltung brachte Wissenschaftler*innen aus verschiedenen Disziplinen zusammen, um aktuelle Debatten über das Recht auf Entwicklung und dessen Bedeutung für globale Gerechtigkeit, internationale Zusammenarbeit und menschenrechtsbasierte Entwicklungsansätze zu diskutieren.

Prof. Dr. Heloise Weber: Eine kritische politische Analyse des „Rechts auf Entwicklung“

Der Workshop wurde mit einem Vortrag von Prof. Dr. Heloise Weber (University of Queensland) eröffnet, die das Recht auf Entwicklung aus einer kritisch-politökonomischen Perspektive beleuchtete. In ihrem Beitrag verortete sie das Konzept in breiteren historischen und aktuellen Debatten über globale Ungleichheiten und internationale Wirtschaftsstrukturen. Sie ging insbesondere auf die Ungleichheiten in den internationalen Handelspraktiken hinsichtlich des Marktzugangs und deren Auswirkungen auf die Umverteilung als Entwicklungsziel ein.

Dr. Muhammad Asif Khan: Das Recht auf Entwicklung als rechtlicher Rahmen: Partizipation und Verteilung

Dr. Muhammad Asif Khan untersuchte anschließend das Recht auf Entwicklung als rechtlichen Rahmen. Sein Vortrag konzentrierte sich auf die Entwicklung des Konzepts im Völkerrecht und beleuchtete die normativen Aspekte der Schlüsselprinzipien des Rechts auf Entwicklung wie Selbstbestimmung, Partizipation, gerechte Verteilung und internationale Zusammenarbeit. Er ging auch auf die jüngsten Entwicklungen im Zusammenhang mit dem Entwurf eines internationalen Pakts über das Recht auf Entwicklung ein.

Prof. Dr. Eva Pils: Gegen „autocratic developmentalism“

Der abschließende Vortrag von Prof. Dr. Eva Pils befasste sich mit dem Begriff des „autocratic developmentalism“. Ausgehend von aktuellen Debatten über Entwicklung und Menschenrechte erörterte sie das Verhältnis zwischen wirtschaftlicher Entwicklung, staatlicher Macht und individuellen Freiheiten und warf wichtige Fragen zur Rolle des Menschenrechtsschutzes in Entwicklungsprozessen in autokratischen Kontexten auf.

Interdisziplinärer Austausch

Im Anschluss an jeden Vortrag fand eine Fragerunde statt, in der sich die Teilnehmer mit zentralen Themen rund um das Recht auf Entwicklung, den jüngsten Entwicklungen im Völkerrecht sowie der Rolle staatlicher und internationaler Akteure in Entwicklungsprozessen auseinandersetzen konnten. Der Workshop bot somit eine Plattform für den interdisziplinären Austausch über die Herausforderungen und Zukunftsperspektiven des Rechts auf Entwicklung in einer sich wandelnden Weltordnung.

Insgesamt bot der Workshop eine interdisziplinäre Plattform, um über die aktuellen Herausforderungen und Zukunftsperspektiven des Rechts auf Entwicklung in einer sich wandelnden Weltordnung nachzudenken.

Den Vorsitz des Workshops hatte Prof. Dr. Markus Krajewski inne.

Vortragende Kurzbiographie

Prof. Dr. Heloise Weber ist außerordentliche Professorin an der University of Queensland. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen in den Bereichen globale politische Ökonomie, Entwicklung und Ungleichheit, wobei sie sich insbesondere mit Handel, internationalem Wirtschaftsrecht und postkolonialen Ansätzen zur globalen Governance befasst.