Public Keynote Lecture by Dr. Matthew Canfield: Towards Transdisciplinarity? Remaking Human Rights Research in Volatile Times
Datum: 9. Juli 2026Zeit: 17:00 – 18:30Ort: Lecture Hall, 4. Stock, FAU CHREN, Andreij-Sacharow-Platz 1, 90403 Nürnberg oder via Zoom
Die Keynote-Rede ist Teil des „Transforming Human Rights Methods Lab“ in Zusammenarbeit mit dem Bonavero Institute of Human Rights
Datum und Zeit: 9. Juli 2026 17.00-18.30
Ort: Vor Ort in Nürnberg, FAU Forschungszentrum Center for Human Rights Erlangen-Nürnberg (FAU CHREN) 20201.03.210 (Hörsaal / Lecture Hall). Hybrid: via Zoom
Während computergestützte Technologien unsere Welt neu gestalten, beginnen die Fundamente unserer Rechtssysteme zu bröckeln. Wie können wir die Menschenrechte schützen, wenn die „alten Methoden“ von Recht und Wissenschaft nicht mehr ausreichen?
Seien Sie dabei, wenn Dr. Matthew Canfield in seinem Keynote-Vortrag uns dazu auffordert, nicht nur das Recht, sondern auch die Art und Weise, wie wir Wissen überhaupt generieren, zu überdenken.
Dr. Matthew Canfield ist Kulturanthropologe und Rechtssoziologe. Seine Forschung bewegt sich an der Schnittstelle von Menschenrechten, globaler Governance und Umweltpolitik und konzentriert sich auf rechtsbasierte Ansätze für Ernährungssysteme. Er ist Autor von Translating Food Sovereignty: Cultivating Justice in an Age of Transnational Governance (Stanford University Press, 2022), in dem untersucht wird, wie transnationale Bewegungen für Ernährungssouveränität die Bedeutung und Praxis der Menschenrechte in ihrem Kampf für nachhaltigere und gerechtere Ernährungssysteme verändern. Derzeit ist er Projektleiter von „Data Governance for Sustainable and Equitable Food Systems“ (DigiFood), einem vom ERC-Consolidator-Programm geförderten Projekt (2025–2030). Das Projekt untersucht neue Formen der Agrardaten-Governance auf transnationaler Ebene, mit besonderem Fokus auf Kenia, Indien und Kolumbien. Er arbeitet am Van Vollenhoven-Institut für Recht, Governance und Gesellschaft an der Rechtsfakultät Leiden als Associate Professor für Recht und Gesellschaft sowie Recht und Entwicklung.
Diese Event wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG, German Research Foundation) im Rahmen der Exzellenzstrategie der Bundesrepublik Deutschland – EXC 3039 – 533607764 gefördert.
Um sich anzumelden, senden Sie bitte eine E-Mail an Lama Ranjous (lama.ranjous@fau.de) bis zum 25. Juni 2026.
Die Veranstaltung ist auf englisch.
Session Abstract
Das Zusammentreffen von Computertechnologien und zunehmendem Autoritarismus verändert die liberale Rechtsordnung grundlegend. Da die Menschenrechte einem beispiellosen Druck ausgesetzt sind, ringen viele Wissenschaftler*innen, die sich für soziale Gerechtigkeit einsetzen, mit der Frage, wie sie zu deren Erneuerung beitragen können. Ein Weg nach vorn besteht darin, die Methoden der Wissenschaft selbst neu zu überdenken. Zwar hat der Vormarsch interdisziplinärer Methoden zu mehr empirischem Engagement und Reflexivität geführt, doch bleiben diese dennoch in kolonialen Formen der Wissensproduktion verwurzelt, die epistemische und institutionelle Hierarchien, Subjekt-Objekt-Trennungen und instrumentelle Rechtsrationalitäten verfestigen. Transdisziplinarität, ein Ansatz, der darauf abzielt, disziplinäre Grenzen zu überwinden, bietet eine vielversprechende Alternative. Sie fördert die Integration vielfältiger Wissensformen, um soziale Probleme reflexiv anzugehen. Doch die Anwendung transdisziplinärer Ansätze im Bereich der Menschenrechte führt auch zu Spannungen. Dieser Vortrag untersucht diese Spannungen aus der Perspektive der digitalen Rechte – einem aufschlussreichen Schauplatz aufkommender sozialer Kämpfe, da er eine neue Generation von Rechtsansprüchen veranschaulicht, die die ontologischen und epistemologischen Annahmen liberaler Rechtsrahmen in Frage stellen können.
Details
Lecture Hall, 4. Stock, FAU CHREN, Andreij-Sacharow-Platz 1, 90403 Nürnberg oder via Zoom