Clara Kiesbye studierte deutsches und spanisches Recht (LL.B. / Grado en Derecho) an den Universitäten Bayreuth und Sevilla und legte 2023 das Erste Staatsexamen im Fach Rechtswissenschaften mit dem Schwerpunkt Völkerrecht ab. Während ihres Referendariats sammelte sie Erfahrungen bei der Ständigen Vertretung Deutschlands bei der EU und im Generalsekretariat der Europäischen Kommission, wo sie mit dem Koordinator für die Bekämpfung von Antisemitismus und die Förderung des jüdischen Lebens sowie mit dem Kommissar für Inneres und Migration zusammenarbeitete. Seit Oktober 2025 ist sie wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Öffentliches Recht, Völkerrecht und Menschenrechte (Prof. Dr. Dr. Wiater).
Claras Forschungsprojekt untersucht die staatliche Schutzpflicht vor unternehmensgetriebenen strategischen Klagen gegen die Beteiligung der Öffentlichkeit (SLAPPs) in Lateinamerika. Da es in der Region keine spezifischen Anti-SLAPP-Gesetze gibt, stützt sich das Projekt auf die Rechtsprechung des Interamerikanischen Gerichtshofs für Menschenrechte zu Meinungsfreiheit und der Einmischung von Unternehmen in die öffentliche Debatte. Es verfolgt zudem einen vergleichenden Ansatz, indem es sich mit bestehenden Anti-SLAPP-Gesetzen auseinandersetzt, darunter nationale Maßnahmen zur Umsetzung der Richtlinie (EU) 2024/1069 zum Schutz von Personen, die sich an der öffentlichen Beteiligung beteiligen, vor offensichtlich unbegründeten oder missbräuchlichen Gerichtsverfahren.